
Das Engagement der Mitarbeitenden langfristig aufrechtzuerhalten, ist eine der konkretsten Herausforderungen für HR- und interne Kommunikationsteams. Einzelne Initiativen erzeugen einen unmittelbaren Effekt, haben jedoch Schwierigkeiten, über die Zeit hinweg zu bestehen. Das Tippspiel im Unternehmen begegnet diesem Problem auf recht einfache Weise: Es schafft einen regelmässigen, für alle zugänglichen Termin rund um ein Ereignis, das die Mitarbeitenden ohnehin bereits in ihrem Privatleben verfolgen.
Im Folgenden wird erläutert, warum sich dieses Format als wirksames Instrument der internen Aktivierung etabliert hat und wie es konkret umgesetzt werden kann.
Was ist ein Tippspiel im Unternehmen?
Ein Tippspiel im Unternehmen ist eine Aktivität, bei der Mitarbeitende die Ergebnisse realer Sportereignisse vorhersagen. Jede teilnehmende Person gibt ihre Tipps vor den Spielen ab, und eine interne Rangliste wird im Verlauf des Wettbewerbs aktualisiert.
Das Format kann auf einer dedizierten Plattform umgesetzt oder direkt in das Intranet des Unternehmens integriert werden. Entscheidend ist, dass die Nutzung einfach ist und allen offensteht.
Diese Art der internen Aktivierung unterscheidet sich von anderen Team-Building-Formaten durch ein wesentliches Merkmal: Sie erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Während eine eintägige interne Veranstaltung einen starken, aber isolierten Moment schafft, etabliert ein Tippspiel über mehrere Wochen hinweg ein gemeinsames Ritual.
Warum es funktioniert – auch für Mitarbeitende, die sich wenig für Sport interessieren
Eine der häufigsten Einwände bei der Vorstellung dieses Formats lautet: „Und was ist mit denen, die sich nicht für Sport interessieren?“
Die Antwort liegt genau in der Stärke des Tippspiels: Es erfordert keinerlei Vorkenntnisse. Man gewinnt nicht, weil man die Statistiken jedes Spielers kennt. Man gibt eine Vorhersage ab – und der Zufall spielt eine Rolle.
Das hat eine konkrete Auswirkung im Unternehmen: Tippspiele sind nicht selektiv. Der leidenschaftliche Fan, der jedes Spiel verfolgt, hat nicht zwangsläufig bessere Chancen als der Kollege, der kein einziges schaut. Genau das ermöglicht es, sehr unterschiedliche Profile rund um dieselbe Rangliste zusammenzubringen.
Mitarbeiterengagement beruht häufig auf solchen inklusiven Mechanismen. Wenn alle teilnehmen können, ohne sich benachteiligt zu fühlen, ist die Teilnahmequote strukturell höher.
Die richtigen Zeitpunkte für den Start
Ein Tippspiel im Unternehmen funktioniert besonders gut, wenn es an ein Ereignis gekoppelt ist, das bereits im Bewusstsein der Mitarbeitenden präsent ist. Einige konkrete Beispiele:
Grosse internationale Wettbewerbe
Roland Garros, die Tour de France, die Weltmeisterschaft oder die Olympischen Spiele… Diese Ereignisse erzeugen eine natürliche Begeisterung, die auch in den Arbeitsalltag hineinwirkt. Mitarbeitende sprechen bereits darüber, etwa an der Kaffeemaschine. Eine interne Tipp-Challenge greift diese bestehende Dynamik auf, anstatt zu versuchen, sie künstlich zu erzeugen.
Nationale Meisterschaften über einen längeren Zeitraum
Die Ligue 1, die Premier League oder andere Ligen können als Grundlage für einen mehrmonatigen Wettbewerb dienen. Dieses Format eignet sich besonders für Unternehmen, die ein wiederkehrendes Instrument zur internen Aktivierung suchen, mit einer Rangliste, die sich Woche für Woche weiterentwickelt.
Was man einplanen sollte, damit es wirklich funktioniert
Der Erfolg eines Tippspiels im Unternehmen hängt nicht nur von der technischen Plattform ab. Einige Elemente sind entscheidend:
- Klare Kommunikation zum Start: die Regeln einfach erklären und deutlich zeigen, wie man teilnimmt.
- Einfacher Zugang: Wenn die Anmeldung zu lange dauert, steigen einige Mitarbeitende bereits vor dem Start aus. Eine reibungslose Nutzererfahrung ist entscheidend.
- Eine für alle sichtbare Rangliste: Sie ist der Motor des Engagements. Wenn Teilnehmende sehen, wo sie im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen stehen, kommen sie zurück.
- Regelmässige Erinnerungen: Benachrichtigungen oder Nachrichten vor jedem Spieltag halten das Engagement über die Zeit aufrecht.
- Ein wertschätzender Abschluss: die Bekanntgabe der Endergebnisse, die Prämierung der besten Teilnehmenden oder das Teilen von Highlights. Das Ende der Challenge ist genauso wichtig wie der Start.
Interne Aktivierung – mehr als nur Unterhaltung
Was ein gut konzipiertes Tippspiel auszeichnet, ist seine Messbarkeit. Es ermöglicht, die Teilnahmequote zu verfolgen, die Entwicklung des Engagements über die Wochen hinweg zu analysieren und die aktivsten Profile zu identifizieren. Diese Daten sind für HR-Teams wertvoll, da sie so die tatsächliche Wirkung der Initiative bewerten und für zukünftige Ausgaben optimieren können.
Genau das macht das Tippspiel zu einem vollwertigen Instrument der internen Aktivierung und nicht nur zu einer einfachen Ablenkung. Es liefert messbare Ergebnisse und kann in eine umfassendere Strategie zur Förderung des Mitarbeiterengagements integriert werden.
Fazit
Das Tippspiel im Unternehmen gehört zu den zugänglichsten und effektivsten Formaten der internen Aktivierung, um Verbindungen zwischen Mitarbeitenden zu stärken – insbesondere im Rahmen grosser Sportereignisse. Es erfordert keinerlei sportliches Fachwissen, lässt sich an Unternehmen jeder Grösse anpassen und erzeugt messbares Engagement über die Zeit hinweg.